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Gesundheitstechnik: Technik, die spielend gesund macht

IT-Challenges Sie gehören zu den weitverbreitetsten körperlichen Leiden überhaupt: Rückenschmerzen. Eine Plage, die Menschen allen Alters trifft. Das Schweizer Unternehmen Hocoma AG hat nun ein Produkt veröffentlicht, das endlich Abhilfe schafft – auf spassige Weise.

Miriam Dibsdale

Eine falsche Bewegung, ein abruptes Aufrichten, und schon ist es passiert: Es zieht im Rücken. Während gewisse Menschen nur partiell betroffen sind, sind Rückenschmerzen für andere ein chronisches Leiden. Durch konstante Fehlhaltungen, zum Beispiel am Arbeitsplatz, verschlimmert sich die Situation noch zusätzlich. Aus diesem Grund brachte das Schweizer Medizintechnikunternehmen Hocoma AG im vergangenen Jahr das medizinische Rückentherapiegerät «Valedo» auf den Markt. Dieses verbindet erstmals therapeutische Übungen mit unterhaltsamen und motivierenden Spielen, bei denen der Rücken effektiv und vor allem spielerisch trainiert wird. Ein entscheidender Schritt in der Gesundheitstechnik.

Doch wie funktioniert das? Der Anwender befestigt zwei Sensoren auf Brust und Rücken, startet die Software und beginnt mit dem Training. Die speziell entwickelten Übungen werden innerhalb eines abwechslungsreichen Computerspiels in einer virtuellen Stadt absolviert. Als Avatar bewegt man sich durch die Fantasiewelt, erspielt sich Punkte und neue Level, und trainiert dabei spielerisch die Rückenmuskulatur. Die Bewegungssensoren sind via Bluetooth mit dem Spiel verbunden und geben dem Nutzer in Echtzeit Rückmeldung, ob die Übungen korrekt ausgeführt werden. «Stellen Sie sich ein kalssisches Videospiel vor – doch statt nur Ihre Daumen zu benutzen, setzen Sie Ihren Körper ein und tun ihm so gezielt etwas Gutes», erklärt Dr. Robert MacKenzie, Produktmanager Valedo, das Prinzip.

Motivation ist entscheidend

Dass der spielerische Ansatz funktioniert, zeigen diverse Erfahrungsberichte. Wie derjenige von Kathrin Ernst. «Ich selbst leide nicht an Rückenschmerzen, allerdings sehe ich in meinem beruflichen Umfeld, wie einige meiner Kollegen wegen Rückenschmerzen ausfallen – und das möchte ich gerne vermeiden», erklärt die Krankenschwester. In ihrem Beruf ist sie viel auf den Beinen und leistet einiges an körperlicher Arbeit. «Da wird der Rücken schon ganz schön beansprucht», betont Ernst. Neben dem Spiel- und Spasseffekt gefällt ihr vor allem, dass sie unabhängig trainieren kann. «Ich bin auf kein Fitnessstudio, keinen Trainer oder Termine angewiesen und kann trainieren wann und wo ich möchte.» Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme beim Valedo einfach.

Aber nicht Anwender, auch Experten und Presse überzeugt das Gerät. So kommt die Sonntagszeitung nach einem Selbsttest zum Schluss, dass «Tricksen zwecklos» ist – man kann Valedo nicht hinters Licht führen. Die deutsche Bild-Zeitung ist ebenfalls voll des Lobes: So nützlich wie das Schweizer Valedo erscheinen die wenigsten App-betriebene Sportgeräte.

Innovation anerkannt und ausgezeichnet

Auch internationale macht der digitale Rückencoach positive Schlagzeilen. Hocoma erhielt für seine Innovation gleich zwei Auszeichnungen: Zum einen, den im Rahmen der CES in Las Vegas verliehenen «Innovation Honoree Award» und zum anderen wurde Valedo von den Best Mobile App Awards LLC mit Silber in der Kategorie «Overall Best App of 2014» ausgezeichnet – und sicherte sich gegen 68 Mitbewerber einen Platz auf dem Siegertreppchen. «Valedo ist das erste Medizinprodukt für Endnutzer mit Rückenleiden der Firma Hocoma. Unsere jetzt auch preisgekrönte Technologie wurde von US-amerikanischen und internationalen Medien, sowie von vielen der fast 170 000 Besuchern von CES gefeiert, wir sind sehr stolz», erklärt Dr. Robert MacKenzie.