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Software as a Service – worum gehts?

Cloud Die IT-Infrastruktur eines Unternehmens einzurichten ist kompliziert. Computer müssen gekauft, eingerichtet und mit Software versehen werden. Diese Probleme hat man mit «Software as a Service» nicht mehr. Doch man muss dafür umdenken.

Miriam Dibsdale

Einfach den Computer einstöpseln und dann sofort mit der Arbeit beginnen. Ein Wunschtraum für die meisten User, denn die Realität sieht anders aus: Man muss die Hardware platzieren, Programme installieren, Bugs beheben und das Netzwerk einrichten. Viel Aufwand, der meist zulasten der täglichen Arbeit geht.

Doch das geht auch anders: Ein Ansatz, um diese Probleme zu umgehen, ist Software as a Service (SaaS). Dabei wird nicht, wie sonst üblich, Software auf einem PC installiert und das Betriebssystem lokal genutzt, sondern die ganze IT-Infrastruktur von einem externen Dienstleister betrieben. Der Kunde bezieht dann alles als Dienstleistung, meist über einen Webbrowser. Das Einzige, was er dafür benötigt, ist ein internetfähiger Computer und einen Zugang zum externen Dienstleister. Für das Benutzen und den Betrieb zahlt der Servicenehmer dann eine Gebühr. Dieses Prinzip hat wesentliche Vorteile, wie Alexander Benlian in seinem Fachbuch «Software-as-a-Service: Anbieterstrategien, Kundenbedürfnisse und Wertschöpfungsstrukturen» erklärt.

Entwicklung sowie die Inbetriebnahme von Anwendungssystemen erfolgen sehr schnell.

Sicherheit als Vorteil

Ein grosses Plus von SaaS sieht der Forscher in der Geschwindigkeit, mit der die Anwendungen aufgerüstet werden können. «Entwicklung sowie die Inbetriebnahme von Anwendungssystemen erfolgen sehr schnell.» Ein anderer Vorteil seien die Sicherheitsmassnahmen, die grosse und zertifizierte SaaS-Anbieter gerade für KMU garantieren können. Denn: Die Profis haben mehr Geld und technische Ressourcen zur Verfügung, die sie in die IT-Sicherheit investieren können. Und nicht zu unterschätzen sei auch die erhöhte Kostentransparenz, die man durch ein SaaS-basiertes Outsourcing erhält. «Häufig wissen KMU nämlich gar nicht genau, wie viel Geld sie jährlich in ihre eigene Anwendungslandschaft stecken», betont Benlian.

Zukunft

Es ist quasi das «ganz grosse Ding» der IT-Branche.

Rosige Zukunftsaussichten

Cloud-Computing und SaaS werden in Fachkreisen als tonangebende Technologie der Zukunft gesehen. Es ist quasi das «ganz grosse Ding» der IT-Branche. Die Cloud Times, eine amerikanische Online-Fachzeitschrift für Cloud-Computing und verwandte Technologien, sieht rosige Zeiten auf Anbieter in diesem Bereich zukommen: Untersuchungen verschiedener Forschungsinstitute zeigen nämlich, dass für diese Technologien am meisten ausgegeben wird, wenn es um IT-Budgets geht. Ernest and Young halten in einem 2014 publiziertem Report überdies fest, dass SaaS-Anbieter im globalen Wettbewerb die Branche klar dominiert haben, was den Umsatz angeht.

Die Cloud im Allgemeinen und SaaS im Speziellen sind gemäss Alexander Benlian definitiv nachhaltige Technologietrends, die viele neue Geschäftsmodelle ermöglichen werden. Die Vorteile überwiegen also. Besonders, weil SaaS ausreichend innovative und betriebswirtschaftlich sinnvolle Anwendungsfälle in Unternehmen ermöglicht. In der nahen Zukunft werde man aber in den meisten Fällen noch «Parallelwelten» erleben, in denen sowohl betriebsinterne Anwendungen als auch SaaS-basierte Systeme für unterschiedliche Einsatzzwecke genutzt werden.